Gregor Törzs
Ciel Lourd
Manche unserer Träume stellen eine wundervolle Symbiose aus gelebter Realität und aus unseren Wünschen, Hoffnungen und verborgenen Intentionen dar. Und sie sind so intensiv, dass wir sie als Empfindung lange mit uns herumtragen, ob als Verstörung, als Beklemmung oder als heimliches Glück. Jeder kennt das, wenn man nachts und im Traum zu einem Anderen wird, sich in einer der Facetten wiederfindet, die Identität auszeichnet und für uns alle so widersprüchlich wie spannend macht. ...In Erinnerung bleibt uns dieses Zwischenreich, in dem alle realen Begrenzungen im Blick auf uns selbst und auf unsere Welt scheinbar mühelos aufgehoben sind, meist jedoch nur als Emotion. Mein großer Wunsch war es, genau diese emotionale Erfahrung visuell nachzuvollziehen. „Ciel Lourd“ – schwerer Himmel – ist die Reise eines Menschen, der Dinge gesehen und erlebt hat, die ihn tief berührten, vielleicht war es ein altes Flugzeug, vielleicht ein verwunschenes Tor zu einem Park, vielleicht war er selbst ein Taucher in den frühen 1950er Jahren… Immer verschmelzen auf dieser Reise die Wirklichkeit, Wünsche und Träume zu einer eigenen, neuen Wahrheit.Wie schon meine letzte Serie Boy on Safari kennzeichnet auch die Realisierung von Ciel Lourd mehrere radikale Vorgaben: Die unkontrollierbare Unterwasserwelt und ihr Leben, der große technische Aufwand
und die körperliche Anstrengung dabei über längere Zeit unter Wasser zu arbeiten, war schon für sich betrachtet mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, die mir als Fotograf enge Grenzen setzten. Mein Unterwasser-Equipment habe ich inspiriert von den atemberaubenden fotografischen Arbeiten des Unterwasserforschers Hans Hass entwickelt und um eine Besonderheit ergänzt: Die Fotos sind mit einer sehr lichtschwachen sechzig Jahre alten anaolgen Kamera und einem eigens dazu konzipierten Gehäuse entstanden. Für die Realisierung habe ich schließlich elf Matte Paintings benutzt – die Motive werden auf Glasscheiben gedruckt, durch die hindurch fotografiert wird, um sie mit dem Hintergrund zu kombinieren. All das hat mich als Fotograf dazu gezwungen, sehr genau zu arbeiten, Stellung zu beziehen – über etwas, das wir möglicherweise als perfekten Ort wahrnehmen, das sich uns jedoch entzieht, sich uns nur in seiner eigenen inneren Wahrheit zeigt. Nach 250 Stunden unter Wasser und ca. 2000 gemachten Fotos, stellt Ciel Lourd nun eine Auswahl von 26 Bildern vor. Auf hauchdünnem Negativ gebannt tragen sie gerade noch genug Informationen, um unsere Gefühle zu inspirieren, und uns dazu zu verführen, die fehlenden Bildinformationen mit unseren eigenen Gedanken aufzufüllen.
Ciel Lourd # 1, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 2, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 3, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 4, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 5, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 6, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 7, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 8, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 9, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 10, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 11, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 12, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 13, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 14, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 15, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 16, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 17, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 18, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 19, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 20, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 21, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 22, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 23, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 24, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 25, Silbergelatine, 2009
Ciel Lourd # 26, Silbergelatine, 2009